ITunes Rechnungen mit ausgewiesener USt


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iTunes SARL
8 rue Heinrich Heine
L-1720 Luxembourg
VAT: LU 20165772


Apple Sales International
Hollyhill Instustrial Estate
Hollyhill, Cork
Ireland
VAT: IE 6554690W

 

iTunes Rechnungen

Wie vielleicht der eine oder andere weiß, verkauft Apple via iTunes (aus deren Sicht) ausschließlich an Privatkunden und nicht an Unternehmer (trotz der eigentlich anderslautenden Rechtslage, siehe beispielsweise hier). Das hat zur Folge, das Rechnungen des iTunes Store aus Luxemburg (dem Sitz der iTunes S.A.R.L.) kommen und damit nach luxemburgischem Recht versteuert werden, derzeit also mit 15% MwSt. In diesen per E-Mail verschickten Belegen ist jedoch - da sie ja für Privatkunden gedacht sind - die luxemburgische MwSt. nicht explizit ausgewiesen sondern lediglich der Brutto-Betrag.

Der Mac App Store sitzt abweichend davon übrigens in Irland, dort beläuft sich die MwSt./Ust. derzeit auf 21%. Das restliche Vorgehen ist aber dasselbe ...

Da aber auch iOS Apps durchaus gewerblich genutzt werden können – das iPad wird ja schließlich explizit für den Unternehmenseinsatz beworben – fällt auch die direkte Vorsteuervergütung flach, zumal sich Apple auch im "normalen" Business Store (zumindest bei mir) beharrlich weigert, Netto-Rechnungen zu stellen. Einen "Business iTunes Store" gibt es erst gar nicht ...

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Da iTunes Guthabenkarten

Da iTunes Guthabenkarten mehrwertsteuerfrei sind (wie z.B. Prepaid Handy-Guthabenkarten und vermutlich auch allen anderen derartigen Guthabenkarten, das sieht man dann spätestens auf dem Kassenzettel), ist hierüber also auch kein Vorsteuerabzug möglich. Schließlich fällt die Mehrwertsteuer/Umsatzsteuer erst bei Leistungserbringung an.
 

Für den iTunes Store ist also für Unternehmer aus Deutschland offenbar folgende Vorgehensweise nötig, um wieder an die USt. zu kommen:


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Info: die "Express Lane" ist neuerdings ganz unten links in der Übersicht der Supportseite zu finden und trägt den Namen "Support kontaktieren"
 
  1. Eine Rechnung mit MwSt. anfordern: im Apple iTunes Support unter "Account & Abrechnung" via "Express Lane" eine Anfrage stellen (dazu den Punkt "Express Lane Support für Ihren Account" unter "Account-Sicherheit" verwenden). Dort kann man dann eine E-Mail Anfrage stellen, z.B. mit dem Thema "Rechnung mit ausgewiesener USt." ("Sonstiges Tema" auswählen):
    1. Express Lane im Browser öffnen
    2. Ganz oben links den richtigen Store auswählen
    3. iTunes Store: Express Lane > iTunes > iTunes Store > Einkauf, Abrechnung & Rückzahlung
    4. Mac App Store: Express Lane > Weitere Produkte & Dienste > Mac Appp Store > Einkauf, Abrechnung & Rückzahlung
    5. Angaben zur Anfrage:
      • Problembeschreibung: "Mein Thema wird nicht aufgeführt"
      • Thema: "Rechnung mit ausgewiesener USt"
      • Weitere Angaben nach Bedarf, Bestellnummer ist dem iTunes Beleg zu entnehmen
    6. Eine Anmeldung ist empfehlenswert (scheint die Bearbeitung zu beschleunigen)
    7. Kontaktinformationen:
      • Apple ID eintragen
      • Wichtig.png Wichtig: nicht vergessen, im Feld "Weitere Angaben" die eigene USt.-ID anzugeben!
  2. Umsatzsteuervergütung an inländische Unternehmer in anderen EU-Mitgliedstaaten: via BZSt kann man sich dann die USt. vom luxemburgischen bzw. irischen Fiskus wieder zurückholen.
    • Wichtig.png Für die Erstattung ist eine zeitliche Frist zu beachten: Der Vergütungsantrag ist bis zum 30. September des Folgejahres zu stellen. Danach ist keine Erstattung mehr möglich.
    • Die Anmeldung beim BZSt (Bundeszentralamt für Steuern) erfolgt dabei über BZStOnline via Elster (Login derzeit nur mit Softwarezertifikat).
    • Luxemburg und Irland erfordern es (zumindest derzeit) nicht, die Rechnungen dem Antrag beizulegen. Eine aktuelle Präferenzliste der EU-Mitgliedstaaten ist beim BZSt zu bekommen.
    • Für die Umsatzsteuervergütung existieren länderspezifische Grenzwerte (in nationaler Währung), diese sind ebenfalls obiger Präferenzliste zu entnehmen. Der Vergütungsbetrag muss mindestens € 50,- betragen oder einem entsprechend in Landeswährung umgerechneten Betrag entsprechen. Außerdem existieren u.U. weitere Unterschiede bzgl. des Zeitraumes der Rückvergütungen (monatlich, quartalsweise, jährlich etc.)
  3. Der Rest hängt dann vom jeweiligen Land ab. Die Iren scheinen generell etwas länger zu brauchen als unsere westlichen Nachbarn aus Luxemburg ...

Weitere Informationen zur Vorsteuervergütung sind beim BZSt erhältlich.

Das bedeutet, dass man für jede Rechnung einzeln ein Exemplar mit ausgewiesener MwSt. anfordern muss. Bisher lief das aber immer recht problemlos und ich bekam innerhalb von 10-15 Minuten (tagsüber, werktags) die neuen Rechnungen per E-Mail zugestellt. Da das Finanzamt seit 2010 auch keine signierten PDFs mehr verlangt, sollten diese E-Mail Rechnungen für diesen Zweck auch vollkommen ausreichend sein.

Die einzige Alternative ist, auf die Vorsteuer zu verzichten und den Bruttobetrag am Jahresende als Betriebsausgabe geltend zu machen. Da die gekauften Apps wert- und funktionsmäßig wohl in den meisten Fällen als sog. "Trivialsoftware" durchgehen dürften, sollte das also in der Regel keine größeren Probleme verursachen. Höherpreisige Apps sind dann jedoch u.U. über mehrere Jahre abzuschreiben oder als GWG abzusetzen.


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Rechnungsempfänger in iTunes Rechnungen

Bei Artikeln mit einem Wert von mehr als € 150,- ist jedoch zu beachten, dass als Rechnungsempfänger der Inhaber des jeweiligen iTunes-Kontos aufgeführt wird. Das bedeutet, dass bei teureren Artikeln wie beispielsweise FinalCut X u.U. Probleme mit dem Finanzamt zu erwarten sind, falls die Rechnung einen abweichenden Rechnungsempfänger ausweist.

Für Unternehmen, in denen mehrere Personen Zugriff auf den iTunes Store haben, ist es also dringend anzuraten, für alle Einkäufe ein eigenes iTunes-Konto samt AppleID anzulegen, um anschließend Rechnungen mit korrektem Rechnungsempfänger zu erhalten.
 

Developer Program Rechnungen

Wie die Belege des Mac App Store kommen auch die Rechnungen des iOS/Mac Developer Program aus Irland und werden demzufolge nach irischem Recht versteuert (derzeit 21% VAT) – wie übrigens auch alles, was an nicht-materiellem (Software etc.) über den herkömmlichen Online Store verkauft wird. Hardware-Rechnungen kommen zwar auch aus Irland, weisen aber (zumindest war es bei mir bisher immer so) explizit die deutsche MwSt. aus.

Wenn bei der Beantragung eines Developer Program (genauer beim "Einkauf" desselbigen) die USt.-ID angegeben wurde, sollte die Rechnung nun direkt die irische Mehrwertsteuer ausweisen. Diese kann auf oben beschriebenem Weg über das BZSt zurückgeholt werden.

Andernfalls ist eine Anfrage beim Apple Developer Support nowendig, um eine neue Rechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer (VAT) zu erhalten.

Einigen iOS Entwicklern ist es wohl auch schon gelungen, über eine telefonische Anfrage beim Developer Support eine Rückerstattung der MwSt. zu erwirken. Ob das aber immer und reibungslos funktioniert, sei einmal dahingestellt.

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