Kurztipp - SSD Reconditioning


Aus Macwrench

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SSD Disassembled.png

Nach einem längeren Zeitraum und dementsprechend vielen Schreibzugriffen neigen SSDs im Allgemeinen dazu, durch eine ungünstige Verteilung der belegten Speicherbereiche immer langsamer zu werden - insbesondere bei gleichzeitigen Zugriffen bei erhöhter CPU-Last. Dies zeigt sich dann beispielsweise in einem Geschwindigkeitstest mit dem kostenlosten (jedoch nicht Open Source) Programm AJA System Test.

Eine Abhilfe ist zwar rein technisch gesehen recht einfach, jedoch relativ zeitraubend und es wird ein weiterer Datenträger von mindestens der Größe der aufzufrischenden SSD benötigt. Im Wesentlichen wird dazu die SSD geleert - d.h. vollständig mit 0en "voll"-geschrieben und anschließend wieder mit den vorherigen Nutzdaten (Betriebssystem etc.) befüllt. Dazu sind die folgenden Schritten durchzuführen:

  1. ein vollständiges Backup der gesamtem SSD, beispielsweise auf eine externe Festplatte (s.u.)
  2. Löschen der Partitionen auf der SSD (via Festplattendienstprogram)
  3. Wiederherstellen des Backups von der externen HDD auf der SSD

Nun sollte der AJA System Test wieder deutlich höhere Werte ausgeben.

Viele Anleitungen beschreiben auch das Löschen der gesamten SSD durch Überschreiben aller Speicherbereiche mit Nullen. Diese Funktion des Festplattendienstprogramms (über den Button "Freien Speicher löschen ...") ist für SSDs aus technischen Gründen nicht verfügbar (siehe hier). Alternativ kann das natürlich auch über ein Terminal-Kommando bewerkstelligt werden, wobei die Wirkung dessen wohl eher zweifelhaft zu sein scheint:

dd if=/dev/zero of=/dev/<partition> bs=100k

Die Datensicherung kann entweder über das OS X Festplattendienstprogramm oder (idealerweise) mit Programmen wie Carbon Copy Cloner (kommerziell) oder SuperDuper (kostenlos mit eingeschränktem Funktionsumfang, hierfür jedoch ausreichend) durchgeführt werden; letztere beiden sind dabei deutlich komfortabler zu bedienen (im Vergleich zum OS X Bordwerkzeug) und bieten diverse Konfigurationsmöglichkeiten.

Anmerkung, etwas off-topic: Die beiden genannten Programme (ich persönlich bevorzuge den CCC) bieten sich beispielsweise auch für laufende Hintergrundsicherungen der gesamten SSD an, so dass der Mac im Schadensfall einfach direkt von der externen Sicherung aus gestartet wird und man ohne Unterbruch und (hoffentlich Datenverluste) weiterarbeiten kann, da so immer ein vollständiges und lauffähiges System zur Verfügung steht. Für die Sicherung der allerwichtigsten und sich häufig ändernden Daten kann man dann immer noch zusätzlich Time Machine verwenden ...

Siehe auch

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